70er Hippie Musik

70er Jahre Musik





Die Musik der 70er Jahre

Die 70er Jahre zeichnen sich musikalisch durch große stilistische Vielfalt aus. Es gab zahlreiche Richtungen und Strömungen, die für die bunte 70er Jahre Musik charakteristisch waren.

Beatles und die Klassiker

Das Jahrzehnt begann zunächst mit einem Ende. 1970 lösten sich die Beatles auf nachdem sie ihr letztes Album „Let It Be“ veröffentlicht hatten. Ihre großen Konkurrenten, die Rolling Stones rockten dagegen munter weiter und legten in den folgenden Jahren mit „Sticky Fingers“ (1971) und „Exile On Main Street“ (1972) zwei ihrer besten Alben ab. Auch The Who legten mit „Who’s Next“ 1971 ihr wahrscheinlich bestes Album vor.

Progressiver Rock

Ansonsten war die frühen 70er Jahre Musik zunächst geprägt von progressiven Bands wie Emerson, Lake & Palmer (ELP), Yes, Genesis und natürlich Pink Floyd, die mit „Dark Side Of The Moon“ (1973) und „Wish You Were Here“ (1975) zu Höhenflügen ansetzten. Diese beiden Alben hielten sich jahrelang in den Charts.

Hardrock

Und für die 70er Jahre Musik schlug auch die Stunde des Hardrock. Led Zeppelin, Deep Purple, Black Sabbath, Free und später auch AC/DC wurden zu gefeierten Top-Acts. Es entstanden zahlreich Rocklassiker wie „Whole lotta Love“ und Stairway To Heaven“ (Led Zeppelin), „Smoke On The Water“ (Deep Purple), „Paranoid“ (Black Sabbath) und „Allright Now“ (Free).

Die 70er Jahre Musik war also geprägt von den Supergruppen, die ganze Stadien füllten. Und es war Musik, bei der Musiker ihr Können demonstrierten. Es war die Zeit der Gitarrengötter, lange Gitarrensoli gehörten genauso zu einem ordentlichen Konzert dazu wie lange Schlagzeugsoli. Einzelne Stücke waren ganze Plattenseiten lang – es gab ja noch Langspielplatten.

ELP verwandelten klassische Stücke wie Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ in Rockmusik. Auch Yes, Genesis und Queen bedienten sich bei klassischer Musik, was nur aufgrund ihrer Virtuosität möglich war. Auch der Jazzrock erlebte eine Blütezeit. Miles Davies experimentierte erfolgreich damit und schuf mit „Bitches Brew“ 1970 ein Meilenstein des Jazzrock. Davies trat plötzlich bei großen Festivals mit Rockbands wie Santana auf. Die mischten Latino-Rock mit Jazz-Anleihen. Auch Chicago spielte Jazzrock, ehe sie in später in softe Popgefilde abdrifteten.

Glamrock

Die 70er Jahre Musik war bunt. Flower Power und Psychedelia der 60er hatten zwar ausgedient. Doch mit Glitter- und Glamrock war auch die 70er Jahre Musik schillernd und farbenprächtig. Vorreiter waren androgyne Künstler wie David Bowie, Marc Bolan mit T.Rex und Roxy Music, die mit einem homoerotischen Image spielten. Davon profitierten auch Nachahmer wie Sweet und Slade, Gruselrocker Alice Cooper, Gary Glitter und Suzie Quadro, die Dauergast in den europäischen Charts wurden. Bunte, glitzernde Kostüme und geschminkte Gesichter waren das äußere Zeichen dieser 70er Jahre Musik.

Im weitesten Sinne gehörten auch Kiss und Queen dazu. Doch als die Begeisterung für Glamrock bald wieder abebbte, startete die Gruppe um den extravaganten Sänger Freddie Mercury erst richtig durch und prägten dann auch noch die 80er Jahre.

70er Jahre Musik

Schlager

Die 70er Jahre Musik war auch bestimmt durch Gegensätze. Dank Dieter Thomas Heck und der ZDF Hitparade erlebte der deutsche Schlager seine beste Zeit. Chris Roberts, Heino, Bernd Clüver, Cindy & Bert, Juliane Werding, Jürgen Marcus, Bata Illic, Roland Kaiser, Michael Holm, Vicky – die Liste der erfolgreichen Schlagerstars ließe sich stundenlang fortsetzen.

Krautrock

Doch in Deutschland geschah auch musikalisch bedeutendes. Der Krautrock war zwar kommerziell nicht besonders erfolgreich. Doch Bands wie Can, Neu, Kraftwerk und Tangerine Dream prägten zahlreiche nachfolgende Musiker. Die 70er Jahre Musik war auch die Zeit einer lebendigen deutschen Szene.

Tangerine Dream und Kraftwerk werden zudem als Pioniere der elektronischen Musik bis heute gefeiert und verehrt.

Disco

Aus Deutschland kamen auch Boney M., die ab Mitte der 70er Jahre Dauergast in den Charts waren. Ihr Discosound war von Produzent Frank Farian clever arrangiert. Der Eurodisco wie ihn Farian und Giorgio Moroder für Silver Convention und Donna Summer produzierten, war äußerst erfolgreich.

Disco hatte sich aus der schwarzen Funk- und Soulmusik entwickelt. James Brown gehörte zu den musikalischen Paten, auch Earth, Wind & Fire. Den entscheidenden Anstoß bekam die Discomusik aber von einer weißen Band. Mit dem Soundtrack „Saturday Night Fever“ entwickelte die Bee Gees 1977 die Blaupause für die Discoszene.

Punk, Reggae und New Wave

Ein Gegenprogramm zu Pop und Disco, aber auch zu den Supergruppen der Rockszene bildete Punk. Mitte der 70er Jahre erschütterten die Sex Pistols, The Damned und The Clash in England die Gesellschaft mit provokanten Auftritten in der Öffentlichkeit und simpler, laut krachender Musik. Der Slogan „No Future“ war Ausdruck einer frustrierten Generation.

Die Punks wollen alles hinwegfegen. Sympathie hegten sie lediglich für Reggae, weil es eben auch Rebel Music ist, Musik der Unterdrückten. der Reggae tritt seinen Siegeszug in Gestalt von Bob Marley an, der die Rastafa-Musik erfolgreich von Jamaika nach England brachte.

Aus Reggae- und Punkszene entwickelte sich gegen Ende der 70er Jahre eine weitere neue Musikrichtung: New Wave. The Cure, Police, Blondie, Ultravox, Television, Pattie Smith erschrecken die Alten genauso wie die Punks. Nur, dass ihre Songs mehr zu bieten hatten und über die Musik der 70er Jahre hinausgeht.

Dylan und Neil Young

Die 70er Jahre Musik war neu und bunt. Aber auch die Altmiester mischten kräftig mit. Bob Dylan entdeckte seine Liebe zum Christentum und lieferte mit „Blood On The Tracks“ (1975) und „Desire“ (1976) großartige Alben ab. Und Neil Young schaffte 1972 mit „Harvest“ seinen kommerziellen Durchbruch und prägte die 70er Jahre. Es ist kein Zufall, dass viele Stars der 70er Jahre heute noch gefragt sind. Die 70er Jahre Musik war eine Blütezeit des Rock und Pop.